Ritchys Tagebuch

Ritchys Tagebuch
Ritchy schreibt aus Afrika

Barbados

20. März 2016

Hallo liebe Leser,

Grüße aus Hamburg sendet Euch Rainer.

Ja, es ist eine lange Zeit vergangen, seit ich den letzten Bericht gepostet habe, jetzt aber habe ich wieder Lust am Schreiben und ich versuche mich wieder darin.

Über die Weihnachtsfeiertage des Jahres 2015 war ich in der Karibik auf der Insel Barbados, die östlichste kleine Inseln im Verbund der Inselkette ´Kleine Antillen´, welche im Atlantischen Ozean liegt und nicht vulkanischen Ursprungs ist wie etliche andere benachbarten Inseln in der Karibik. Im Fall von Barbados handelt es sich um ein Kalksteinplateau, welches am höchsten Punkt eine Höhe von 336m misst. Zu Barbados gehört neben der Hauptinsel noch das winzige, direkt vor der Ostküste gelegene Culpepper Island. Ca. 180 km westlich liegt der Inselstaat St. Vincnet und die Grenadinen (ist ein Begriff, oder!?).

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Das Klima von Barbados ist ganzjährig warm, etwa 28°C, mit geringen Temperaturunterschieden, durch den ständig leicht wehenden Wind aber kommt es einem nie zu warm vor, ein sehr angenehmes topisches Klima. Eine Regenzeit von Mai bis Oktober ist auch zu verzeichnen, im Hochland sollen 2.000mm im Jahr fallen, im Vergleich zu Hamburg, hier fallen im Jahr im Durchschnitt 70mm, unglaublich, oder!? Durch den Kalksteinuntergrund aber gibt es auf Barbados keine Seen oder Flüssen, denn der Untergrund ist zu porös als das sich Wasser ansammeln könnte.

Bevor Barbados das erste Mal um 15 Hundert erwähnt wurde und portugisische Segler der Insel den Namen ´Los Barbados´, was soviel heißt wie ´Die Bärtigen´, abgeleitet von den freiliegenden und struppigen Wurzeln der Feigenbäume, gaben, fand die erste überlieferte Besiedelung von Barbados 400 v. Ch. durch den Stamm der Arawak Indianer aus Venezuela statt. Diese bewirtschafteten das Land friedlich bis zum 12. Jahrhundert, bis Sie von den nachkommenden karibischen Indianern sukzessiv ausgerottet und vertrieben wurden. Als jedoch die britischen Siedler 1627 die Insel eroberten, war sie fast unbewohnt und bestens geeignet, um eine Kolonie zu errichten, die für 339 Jahre zum britischen Empire gehörte und bis heute noch Teil des Commonwealth ist.

Bedeckt wurde Barbados fast ausschließlich von Regenwald, da aber die Rumindustrie viel Zucker benötigt, wurde das ursprüngliche Land weitestgehend durch Zuckerrohrplantagen verdrängt, insgesamt findet man auf der Insel noch ca. 18 Hektar, das sind 18.000m², des Tropenwaldes.

Die Tierwelt von Barbados umfaßt nur wenige Arten, überwiegend bestehend aus verschiedenen Affenarten, Hasen und Eidechsen. Lederschildkröten, welche im Mai ihre Eier an den Stränden ablegen, sind mit die größten Tiere auf der Insel. Zudem gibt es viele Kolibris, Möven und Reiher in der Luft und im Meer kommen Barrakudas, Papageienfische und auch fliegende Fische vor.

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Hier Beispiele für den Papageienfisch, mit der Harpune ´gefangen´.

Die Einwohner der Insel werden Barbadier genannt, die Barbadier selbst bezeichnen sich als Bajans. Bajan, ein auf dem Englischen basierenden kreolischen Dialekt, ist die Alltagssprache, die Amtssprache auf der Insel ist Englisch, welches im wesentlichem dem Britischen Englisch entspricht.

Die Bevölkerung setzt sich ca. aus 90 Prozent der Nachkommen der afrikanischen Sklaven, aus ca. 4 Prozent Aussiedlern vorwiegend britischer und irischer Abstammung sowie Asiaten und Mulatten zusammen. Als Mulatte wird ein Mensch bezeichnet, dessen Vorfahren teils schwarze, teils weiße Haut hatten.

Ca. ein Drittel der aus 280.000 Menschen bestehenden Einwohnerzahl lebt in der Hauptstadt Bridgetown und den Vororten, ein weiteres Drittel lebt an der Süd- und Westküste, welche auch die Zentren des Tourismus bilden, das letzte Drittel der Bevölkerung ist über die gesamte Insel verstreut.

Die Hauptstadt trägt ihren Namen, weil man dort auf einer Fläche von 439 km² 7 Brücken vorfindet, was allem Anschein nach eine große Anzahl zu sein scheint. Zum Vergleich dazu; in Hamburg soll es 2.496 Brücken geben bei einer Fläche von 755km².

Barbados Wirtschaft stützt sich seit den 1990er Jahren auf die Tourismusindustrie und die Handwerksproduktion, wo zuvor die Zuckerindustrie die Haupteinnahmequelle der Regierung war.

Im Januar 2016 legte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Steuerflucht vor, bei dem unter anderem Barbados auf der schwarzen Liste der Steueroasen auftaucht.

Eine der, oder besser die erfolgreichste ´Tochter Barbados´ ist die Sängerin Rihanna, welche 1988 in Saint Michael geboren wurde.

Genug Worte verloren, nun einige Bilder/Impressionen; viel Spaß!
Eine etwa 4 stündige Inselrundfahrt mit dem Bus führte uns zuerst an die sei Ostküste , danach an die Norküste, auch die lebendigen Küsten genannt.

Die Ostküste ist gesprägt von beeindruckenden Felsformationen, geformt durch die Passatwinde und die gewaltigen Wellen des Atlantiks, die eine grandiose Kulisse für eines der beliebtesten Surfergebiete weltweit bietet.

Nach dem Aufenthalt auf Barbados habe ich in meinem Bekanntenkreis von Barbados erzählt und dabei kam heraus, dass 2 Bekannte vor ca. 30 Jahren schon auf Barbados zum Surfen waren.

Die Landschaft im Norden von Barbados hat einen felsigeren Charakter. Die Strände sind hier von hohen Klippen umgeben, die einen herrlichen Blick über den Atlantik bieten. Die meisten Strände sind nur über schmale Pfade zugänglich, aber sehr beliebt für ein Picknick. Zudem gibt es einige einsame Buchten für Romantiker oder Ruhesuchende, also nicht wirklich etwas für mich, zumindest wenn es um Ruhe geht. Vom Schwimmen ist aufgrund des starken Wellengangs und der Klippen fast an der ganzen Nordküste abzuraten.

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Anhand des rauen Meeres, des vom Wind seitwärts gedrückten Grases und der einseitig hängenden Palmenblätter, kann man die starken Winde erahnen. Als ein Beweis der hohen Niederschlagsmenge sind die Tropfen auf der Scheibe zu werten.

Wie zuvor erwähnt, lebt das letzte Drittel der Bevölkerung über die gesamte Insel verstreut, hier einige Beispiele für alleinstehende oder in kleinen Siedlungen angelegte Häuser.

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IMG_0665    IMG_0700    IMG_0651    Einen Bauernhof gibt es auch 🙂

 

Die Westküste von Barbados ist die „Platin Küste“ der Insel. Türkisblaues und ruhiges Wasser umgibt die weißen Strände, die von terrassenförmigen Riffen geschützt sind. Die Küste ist ideal für sanften Sport und viel Entspannung; hier fühlte ich mich gut aufgehoben.
Ich war an dieser s. g. Platin Küste in einem Resorts nahe des Städtchens Speightstown, welches ca. 40.000 Einwohner zählt. Von Speightstown stachen im 19. Jh die mit Zucker und Rum beladenen Schiffe in Richtung England und dort nach Bristol, weshalb der Ort Speightstown lange Zeit den Beinamen Little Bristol trug. Heute ist hier nicht mehr viel los, um genau zu sein ist hier eher wenig los, was aber ok ist, ist man doch mit dem Taxi in ca. 20min in der Hauptstadt Bridgetown; der Glanz der vergangenen Tage ist in Speightstown verblasst.
Mit dem Bus dauert es ca. 40min, was daher rührt, dass dieser nicht nur an den Bushaltestellen, welche schon zahlreich an der Strecke vorhanden sind, hält, sondern auch für jeden, der am Straßenrand steht und nur andeutet, die Straße überqueren zu wollen.
Hier einige Impressionen von Speightstown
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Na ja, so ganz langweilig ist das Örtchen dann doch nicht, oder!?
Wie man der Landkarte entnehmen kann, sind die Entfernungen auf der Insel nicht so wahnsinnig groß, als dass man sie nicht innerhalb einiger Stunden rundherum abfahren und einen Abstecher an alle Küsten der verschiedenen Himmelsrichtungen machen könnte.
Bridgetown, woher der Name kommt haben wir ja schon erörtert,  hat ca. 150.000 Einwohner und wurde um 1628 gegründet. Wenn Bridgetown bekannt wurde durch die mit Zucker, Rum und Melasse (ein honigartiger dunkelbrauner Zuckersirup, der als Nebenerzeugnis in der Zuckerproduktion anfällt; ich denke das ist das käuflich zu erwerbend Zuckersirup in der gelben Umverpackung) beladenen Segelkähne, dann ist Bridgetown heute ein bedeutender Finanzplatz, was z. B. durch den 11stöckigen Bau der Zentralbank deutlich wird, ein unübersehbares Symbol für den Wohlstand; aber seht selbst:
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hier der Hafen mit den weißen Yachten
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Die Einkaufspassage; liest man in den wenigen Reiseführern über den Kern der Innenstadt, so wird einem der Eindruck vermittelt, dass es sich bei der Innenstadt mit ihren ´vielen´ Straßen um eine Metropole ähnlich München oder Hamburg handelt, tatsächl. aber hat man innerhalb von ca. 15min alle ´wichtigen´ Straßen zu Fuß begangen :-).
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Ist schon komisch, zu Weihnachten in der tropischen Sonne zu sein und dazu Kokosmilch aus einer frischen Kokosnuss zu trinken (ich glaube die Nuss war nicht mehr gut, denn so richtig gut hat die Kokosmilch nicht geschmeckt)
Es lohnt sich auf jeden Fall einen abendlichen Abstecher in den Ort Oistins an die Ostküste zu machen, denn immer Freitags und Samstags ist Partytime auf dem Fischmarkt. Es gibt laute  Reggae-, Soca- und aktuelle Popmusik von einheimischen DJ´s aufgelegt, dazu wird auf einer zu einer Partymeile umfunktionierten Hauptstr. an etlichen Ständen frischer Fisch und kleine Fleischhäppchen angeboten. Die Hauptattraktion allerdings ist die für jedermann nutzbare Showbühne. Sind es am frühen Abend eher die Freizeit-Entertainer, welche das Publikum unterhalten, treten ab 22:00h die Profi-Entertainer auf und begeistern mit Tanz, Gesang und Akrobatik das zahlreiche Publikum; oft handelt es sich um sehr gut vorgetragenes Entertainment, die Zuschauer gehen begeistert mit und verleihen dem ganzen Treiben einen professionellen Touch!
IMG_0865   IMG_0863   Oistins Fishmarket  IMG_0864
Natürlich aber gibt es auch Strandbilder und Bilder von Sonnenuntergängen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.
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Wenn Ihr zum Heiligen Abend keinen Weihnachtsmann finden konntet, der Euch die Geschenke gebracht hat, dann lag es wahrscheinlich daran, dass dieser gerade bei uns auf der Insel seinen Aufgaben nachgekommen ist. Hier auf Barbados ist der ´Knecht Ruprecht´ dann aber ansehnlicher und der Weihnachtsmann auch sportlicher als bei uns in heimatlichen Gefilden, oder!?
Hier ein nette Sonnenuntergang, man beachte den Stehpaddler, neudeutsch ´Stand Up Paddler´, auf dem rechten Bild am rechten Bildrand.
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Nun einige Impressionen direkt vor unserer ´Haustür´
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. . . eintönig immer das gleiche Motiv, aber verdammt schön!
In dem Zimmer auf dem Bild ganz rechts haben wir gewohnt in dem Gebäude direkt am Strand.
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. . .  und hier ein sehr freundlicher Mitarbeiter des Hotels mit Teresa und mir.
In der Zeit unseres Aufenthaltes hatten wir jeden Tag ca. 30° Celsius und leichten Wind, nachts 3x sinnflutartigen Regen, auf den am darauffolgenden Morgen nichts mehr hindeutete.
Nach dem einwöchigen Aufenthalt auf Barbados waren wir noch eine Woche in Toronto, die Temperaturen lagen hier bei -10° Celsius, also eine Differenz von 40º.
Ich wünsche allen interessierten Lesern eine schöne Zeit, der nächste Bericht kommt bestimmt, diesmal aus Israel, Ihr dürft gespannt sein.
Alles Gute und bis bald,
Rainer.

Gemeinschaftszentrum Nouadhibou

19. August 2012

Hallo Interessierte!  😉

 

Nachdem ich nun einige Tage in Nouakchott verbracht habe, dann auch mal Kontakt mit der Polizei hatte, aber nur maginal, bin ich mit Jerome sowie zwei Gästen, den einen Gast kannte ich noch aus der Zeit von 2007, nach Nouadhibou, meiner alten Wirkungsstätte, aufgebrochen. Ich war voller freudiger Erwartungen; welche Menschen sind noch dort die ich aus der Vergangenheit kenne, sind mir die Erinnerungen an die Räumlichkeiten präsent, werde erkannt, wie werde ich mich fühlen, vorallem aber, wie hat sich das Gemeinschaftscentrum auf das Leben der Menschen dort ausgewirkt?

 

Mein Kommen war bekannt, einige Leute aus der Vergangenheit hatten sich eingefunden; gefreut habe ich mich sehr über das Erscheinen von Parfait. Parfait war vor 5 Jahren unser Bauvorarbeiter und wir waren echt froh darüber. Auch ´Balla Musa´ war gekommen; hat mich sehr gefreut. Leider war er am zweiten Abend nicht dabei, als ich die Mitstreiter von vor fünf Jahren zum Essen eingeladen habe; schade!!

 

 

Nachdem die ersten Kontakte erneuert waren, durfte ich in das Zimmer des Bischofs einziehen, also in das Zimmer, in dem der Bischof während seiner Aufenthalte in Nouadhibou wohnt.

Wenn Ihr mal den Schriftzug auf dem Duschvorhang lest; ist was exklusives, stammt aus dem Steigenberger. Wie er dorthin gekommen ist, ist eine andere Frage.

Das WC befindet sich ausserhalb des Zimmers.

 

Das ist nun das Gemeinschaftszentrum mit gelber Farbe versehen.

So sieht also das Gemeinschaftszentrum heute von Aussen aus; die Farbe verleiht dem Gebäude einen einladenden und freundlichen Eindruck. Aber wartet mal ab wie es Drinnen aussieht; fantastisch!

Hier ist der Eingangsbereich mit der ´Vorzimmerdame´ Greg, die beiden anderen Fotos zeigen den Raum vom Verwalter des Zentrums.

 

Hier die öffentl. Bücherei.

Zu meiner Zeit gab es schon eine Bücherei, diese war aber leider der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Wie Ihr seht, ist gerade eine junge Dame dabei sich zwei Bücher zu leihen. Hier sieht man zwei Fortschritte: einmal, dass es eine Bücherei gibt, die der Öffentlichkeit zugänglich ist und zum Zweiten, dass diese Möglichkeit auch angenommen wird; phantastisch. Es zeigt doch auch, dass sich die Menschen trauen solche Räume aufsuchen, dieses Angebot auch wahrnehmen.

 

Hier die Krankenstation.

In der Krankenstation sind allerlei Dinge für die medizinische Versorgung zu finden. Vor fünf Jahren gab es eine solche Station nicht, die Menschen waren auf sich allein gestellt und hatten keinerlei Unterstützung, sei es in ´fachfraulicher´ Unterstützung wie jetzt durch eine Schwester aus Indien, oder Medikamenten oder einfach nur Verbandsmaterial. Heute gibt es einen kleinen Grundstock an Medikamenten, Verbandsmaterial, Brillen, die schon getragen wurden und Babynahrung; ein echter Fortschritt, echt super!!!

 

Aber nicht nur am Rechner wird unterrichtet, auch in zwei Klassenzimmern wird Unterricht abgehalten.

Hier der Computer-Raum. Hier befinden sich ca. 11 Rechnerplätze, an denen den Interessierten das 1 x 1 am Rechner beigebracht. Ich habe dem Unterricht beigewohnt und ich kann sagen, dass der Lehrer sehr angagiert war, genauso wie seine Schüler voller Elan dabei waren neues Wissen in sich aufzunehmen; echt schön zu sehen, wie wissbegierig die Menschen sind.

Ich möchte sagen, dass die Initiatoren dieses Gemeinschaftszentrums etwas tolles geschaffen haben; ehrlich wundervoll!

 

 

Hier seht Ihr die Küche. Ich war gerade dabei, als im Backkurs gezeigt wird, wie man Croissants mit und ohne Schokolade backt, spannend. Ich muße natürlich meinen schlauen Senf dabei geben  😉

 

Die eigentliche Halle habe ich noch gar nicht gezeigt; dann will ich das mal machen.

In der Halle finden verschiedenste Veranstaltungen statt.

So wird dort gemeinsam Fußball auf einer Großbildleinwand zur Europameisterschaft geschaut, Musik wird gemacht, Judo-Unterricht wird gegeben, Messen werden gegeben, wenn die Kirche zu klein ist für die Vielzahl von Gläubigen, diverse Versammlungen werden abgehalten und und und; aber seht selbst:

 

Am zweiten Abend haben wir dann Celine in ihrem Lokal getroffen; Mensch war das eine Freude!!! Celine war seinerzeit die Köchin in der Mission; eine tolle Frau! Mittlerweile arbeitet sie nicht mehr in der Mission, sondern hat mit ihren Geschwistern ein kleines Lokal eröffnet; klein aber fein! Wir haben dort gegessen und getrunken; alles war vorzüglich! Es ist schön zu sehen, was sich in fünf Jahren getan hat, wie sich die Menschen weiterentwickelt haben, zu welchen Selbstverständnis sie gekommen sind, wie sie sich gefestigt in iherer Person mit dem ´neuen´Stand in der Gesellschaft geben; prima!!!

. . . da ist er wieder der drohende Finger 😉

 

Ja, das war er, mein letzter Abend in Nouadhibou.

Am anderern Morgen habe ich dann kurz vor der eigentl. Abfahrt nach Nouakchott vom zweiten Prister erfahren, dass er nun doch nicht nach Nouadhibou fährt; echt dumm gelaufen. So mussten Jerome und ich noch eine Mitfahrgelegenheit organiesieren. Leider haben an diesem Tag die Busse gestreigt mit denen ich gerne gefahren wäre, so dass ich mich mal wieder in ein Taxi eingekauft habe, soll heißen, ich habe für mich zwei Plätze gekauft, habe dafür insgesamt 8.000 Ouguiya bezahlt, ca. 24€, und durfte dann allein auf dem Vordersitz Platz nehmen; normaler Weise sitzen hier zwei Personen. Muß man sich mal vorstellen; da fährt man 500km durch die Wüste, es ist knalle heiß und muß sich einen Platz mit zwei Personen teilen; dort ist es üblich!! Hinter mir saßen noch weitere sieben Personen; vier auf der Rückbank und drei weitere Personen auf der im Kofferraum untergebrachten zweiten Rückbank. Natürlich handelte es sich bei dem Fahrzeug um einen Kombi, hier ein Renault.

Die Fahrt war interessant, haben wir doch mehrere Male Stops eingelegt; zum Beten: “ Grande, you don´t pray?“ war die Frage, als ich mich nicht in den Sand geschmissen habe um Allah anzubeten. Auch haben wir zwei Mal Gegenstände wie einen Gartenschlauch und einen Gasbrenner in der Wüste abgestellt. Da halten wir einfach in der Wüste an, legen die Gegenstände ab und fahren weiter. Irgendwann wird wohl mal jemand kommen und die Gegenstände abholen.

Nach einer mir sehr lang vorkommenden Fahrt, auf der wie mindestens acht Mal von der Polizei kontrolliert wurden und ich jedes Mal meinen Pass vorzeigen mußte, sind wir dann wohlbehalten gegen Abend in Nouakchott angekommen. Für mich leider zu spät, wollte ich doch sehr aktiv am Fest in der Mission teilnehmen. So konnte ich nur noch etwas essen, wenige Gepräche führen und dann mithelfen beim Aufräumen.

. . . Anita war der Chef im Ring, hatte sie doch alles im Griff  😉

Gesungen haben mehrere Chöre, begleitet durch professionelle Technik!

. . . getanzt wurde auch. Ich habe mir sagen lassen, dass der Bischof den Tanz eröffnet hat, leider konnte ich dies im Bild nicht festhalten

 

Dies war der vorerst letzte Abend in Mauretanien, ich nehme an es werden noch einige folgen, Frage ist nur wann.

Mein Fazit der Fahrt; es hat sich für mich sehr gelohnt! Ich habe gesehen, was aus dem Rohbau Gemeinschaftszentrum geworden ist. Für die Menschen dort ist dieses Gebäude goldwert, öffnet sich doch für sie ein wenig das Tor zur ´besseren´ Welt, zu einer anderen Welt. Natürlich ist die Frage, was ist eine bessere Welt, das zu entscheiden aber ist den Menschen jetzt näher als vor fünf Jahren. Die Menschen, die dies möglich gemacht haben dadurch dass sie dieses Zentrum realisiert haben können stolz auf sich sein; super Sache! Die Menschen haben Hoffnung, nicht umbedingt auf ein Leben in einem anderen Land, aber auf ein Leben in besseren Verhältnissen.

Euch eine schöne Zeit,

Rainer.

 

Mauretanien Klappe die Zweite

9. Juli 2012

Hallo!

 

 

Wie schnell doch 5, in Worten ´fünf´ Jahre vergehen; unglaublich!

Nachdem ich einige Zeit nach dem erten Mauretanienaufenthalt zuhause war, kristalliesierte sich für mich heraus, dass ich noch einmal nach Mauretanien reisen werde um zu sehen, was aus den Anfängen der Baumaßnahme ´Gemeinschaftszentrum´ geworden ist, wie die Baumaßnahme abgeschlossen wurde und wie das Gemeinschaftszentrum heute genutzt, von den Menschen angenommen wird; der Zeitpunkt war jetzt.

Ich kann nicht sagen wie meine Erwartungen waren, konnte mir nicht vorstellen, was ich vorfinden würde, aber ich muß sagen, ich bin freudig überrascht zu sehen, welchen Nutzen das Zentrum für die Menschen hat, freudig überrascht auch, wie sich nicht nur das Leben um das Zentrum herum entwickelt hat, sondern auch, wie sich die Menschen zu einer in sich stärkeren Selbstverständlichkeit verändert haben.

Für mich war klar, nachdem ich dann gesehen habe, wie sich alles entwickelt hat, würde ich einen ´Strich unter die Sache ziehen´, Mauretanien Mauretanien sein lassen und mich anderen Dingen widmen; aber weit gefehlt!

Kurz vor Ende der jetzigen Fahrt, vielleicht 2-3 Tage vorher, wurde mir klar, dass ich noch ein weiteres Mal das muslemische Wüstenland besuchen werde, nicht ausschließlich die beiden großen Städte Nouakchott und Nouadhibou, sondern auch die Wüstenstadt Atar, gelegen ca. 700km östlich der Küste, östlich von Nouadhibou, direkt in der Wüste.

Warum; das kann ich nicht genau sagen, es reizt mich! Liegt es an den äußeren Umständen wie der Landschaft, den Menschen, oder ganz trivial dem Wetter (wohl eher nicht oder wer lebt schon gerne bei 37 Grad Celsius im Schatten und muss versuchen in der Nacht bei 30 Grad Celsius zu schlafen  :-)) oder liegt es mehr oder ausschließlich am guten Gefühl welches ich dort habe; ich denke dies ist der Fall!

Ein Gefühl von Abenteuer, Ungewissheit im Sinne von ´nicht zu wissen was der nächste Tag bringt´, weites Land, Freiheit, das Erleben neuer Dinge, Dinge die mich als Mensch fordern;  ja, das ist es!

Nachdem ich mich entschlossen habe nach Mauretanien zu fahren -ich hatte im Juni ein wenig Zeit und wollte raus- habe ich Kontakt zu den mir bekannten Menschen in Nouakchott und Nouadhibou aufgenommen, meinen Besuch angekündigt und erfragt, was ich mitbringen könne. Zu meiner Überraschung wurde mir mitgeteilt, dass ein Mikrophon benötigt würde. Also habe ich mich auf die Suche nach einem Mikrophon gemacht und festgestellt, dass es eine große Auswahl gibt. Ich habe mir 4 Angebote machen lassen, von 80 € bis 600 € und das Angebot für 400 € wurde von Jerome, dem Prister aus Nouadhibou, gewünscht. Also habe ich es gekauft, in der Hoffnung, dass dies Mic in Nouadhibou mit der Anlage, die dort vor Ort ist, auch kompatiebel ist und ich das Ding nicht um sonst durch die Gegend geflogen habe. Was soll ich Euch sagen; kaum habe ich das Gerät in die Hände des ´DJ´ gegeben, konnte ich 10min später in der Halle den Song von Hans Albers singen ´Auf der Reeperbahn. . .´; echt war 😉 .

Bevor ich aber fahren konnte, habe ich noch ein wenig geschwitzt, d. h. ich war ganz schön nervös, habe ich doch sehnsüchtig auf mein Visum gewartet. Da ich vor fünf Jahren nichts mit den Formalitäten zu tun hatte, war mir nicht bewußt, dass ich ein Visum benötige, darum habe ich mich nach einem Hinweis vom Bischof aus Nouakchott sehr spät erst darum gekümmert und einen Tag bevor ich fliegen mußte, kam das Visum aus Berlin bei mir in Hamburg an; ich hätte die Postbotin knutschen können! Also habe ich mich am 14.06. nach Frankfurt aufgemacht, von dort ging der Flug, und war am 23.06. wieder zurück, also nur 10 Tage, aber wunderschön!

Vor fünf Jahren bin ich mit Air France geflogen, was zum einen länger gedauert hat -die Route war eine andere- und auch fast doppelt so teuer war. So bin ich ca. 8 Stunden, mit Zwischenstop in Casablanca, unterweg gewesen und nicht 16 und habe nur ca. 800 € anstatt 1.500 € gezahlt.

Ich hatte kein ok, dass mich jemand vom Flughafen in Nouakchott abholt. Ich hatte wohl eine Mail mit meiner Ankunftszeit gesendet und habe gesehen, dass diese Mail an bestimmte Stellen weitergeleitet wurde, aber eine Zusage hatte ich nicht. Ich war ein wenig nervös, wie ich, gesetz dem Fall, niemand holt mich ab, ohne landesübliches Geld zur Mission kommen sollte. Im Flieger sprach mich dann jemand an, der in Deutschland Medizin studiert hat und mir seine Hilfe angeboten hat; die Situation schien gerettet.

Die Maschine landet also in Nouakchott, ich erledige die Formalitäten, man hat das Gefühl man ist auf einem Bahnhof und nicht auf einem Flughafen, und verlasse das Flughafengebäude und was soll ich sagen; die vergangenen fünf Jahre waren wie weggeblasen. Der Geruch, die klimatischen Verhältnisse nachts um 00:30h, die ´andersartigen´ Menschen und deren Kleidung, das wirre Treiben und und und; all das kam wieder hoch; unglaublich. Ich hatte das Gefühl wieder angekommen zu sein, fühlte mich kein bischen fremd.

Wie selbstverständlich habe ich mir einen Weg durch die wartenden Menschen gebahnt, gehe ´wie gewohnt´ auf die parkenden Autos zu und plötzlich werde ich angesprochen. Es war Victor, der Prister, der mich vor fünf Jahren zum Flughafen gefahren hat, holt mich ab; prima!

Die Freude bei uns beiden war groß. Wir fahren also mit dem Wagen zur Mission, einige bekannte Gebäude und Straßen auf dem Weg zur Mission tauchen aus der Erinnerung auf und ehe ich mich versehen, stehen wir schon vor dem Zugangstor; es wird einmal gehupt und das Tor wird aufgerollt. Victor begleitet mich zu meinem Zimmer, bietet mir einen Apfel an und fragt, ob ich denn auch ein Bier trinken will; was für eine Frage, bin ich doch mit Bier groß geworden, na ja, sagen wir mal lang geworden. Victor verabschiedet sich in seine Unterkunft und ich komme erstemal an. Dazu trinke ich das Bier, schlendere über das Missionsgelände und fühle mich einfach wohl.

In meinem Zimmer wurde ich dann fast ´landesüblich´ begrüßt; die Kakalacken waren auch da  😉

 

Das sind ganz schön wiederstandfähige Fiecher sag ich Euch und unter einer dünnen Sohle fühlen die sich nicht gut an!

 

Hier einige schöne Pfleckchen in der Mission. Die Glasscherben auf der Mauer sind der mauretanische Stacheldraht.

Der Garten hat einge schattige Plätzchen wie Ihr seht. Um das gesamte Missionsgelände ist eine etwa 2,50m hohe Mauer gebaut, um Unbefugten den Zugang zu verwehren. Vor fünf Jahren aber hat dies nichts genutzt, denn der Dieb, der mir aus meinem Zimmer meinen Reisepaß und den von meinem Kollegen Boris gestohlen hat, kam ganz unbehelligt durch das Zugangstor auf das Gelände.

 

. . . hier läßt es sich doch mit einem guten Buch aushalten, oder!!?

Nun weiter zur Ankunft:

nachdem ich einige Minuten so umher gehe, mein Bierchen trinke, öffnet sich das Tor und ein weiterer Jeep fährt auf das Gelände. Ich dachte meinen Augen nicht zu trauen; es war Jean Louis, der Pfarrer, der schon vor fünf Jahren in Nouadhibou war. Mein letzter Kenntnisstand war, das er ein Jahr, nachdem ich aus Mauretanien zurück war, im Namen der Kirche seinerseits Mauretanien verlassen mußte um eine Aufgabe in Paris zu übernehmen, darum war die Wiedersehensfreude um so größer! Gemeinsam haben wir dann noch ein Bierchen getrunken und dann ging ein langer Tag zuende.

Hier Jean Louis; auch ein Prister braucht mal eine Pause! 😉

 

 

In den nächsten Tagen hatte ich Dank Jean Louis die Möglichkeit Menschen zu treffen, die ich bereits vom letzten Besuch her kannte. Es gab ´damals´ eine Familie, bei  der ich mich öfter aufgehalten habe und diese habe ich wieder besucht. Mittlerweile gab es auch dort Veränderungen. Lea hat geheiratet und ist erneut Mutter geworden, ihre Schwester hat leider ihren Mann durch eine Krankheit verloren und sie ist nun mit dem Sohn alleine. Vermutl. hätte man diese Krankheit in Deutschland heilen können, er lebte aber leider in Mauretanien.


 

Hier zwei Schwestern, die aus dem Senegal nach Mauretanien gekommen sind um hier zu arbeiten. Wie Ihr seht scheint es ihnen recht gut zu gehen, ich würde sagen es ist ´die untere Mittelschicht´, Ihr seht aber auch noch andere Beispiele.

 

Hier eine Wohnung von zwei anderen Schwestern, die Wirklich alles hatten; Laptop, Iphone, elektronischen Bilderrahmen, eine perfekt eingerichtete Küche, für jede Person ein eigenes Schlafzimmer , . . .; die sozialen Unterschiede sind in Mauretanien ähnlich wie bei uns.

 

Hier zwei Familien, die in einem Zelt wohnen, insgesamt 7 Personen, einen Fernseher gibt es auch, es war mir aber zu unangenehm die Szenerie zu fotographieren!

 

Auch hatte ich Dank Victor die Möglichkeit im Atlantik zu baden und das ging folgendermaßen. Ich habe also meine Wunsch geäußert gerne  im Atlantik zu baden, mir war aber noch nicht klar, wie ich hinkommen sollte. Also habe ich mith Victor gesprochen, er hat einen ihm bekannten Taxifahrer angesprochen und dieser hat mich dann dorthin gefahren, wo ich vor fünf Jahren auch schon war. Der Fahrer ist dann dort geblieben und hat mich dann wieder zurück gefahren. Die ganze Aktion hat ca. 1h gedauert und ich sollte dem Fahrer 2.000 ugir geben, umgerechnet ca. 6 €. Dies aber fand ich zu wenig und habe ihm dann 4.000 Ouguiya

Hier der ´Grande´ im Wasser und mit dem Taxifahrer am Strand.

(Zu ´Grande´ , im Französischen GROSS, komme ich später noch)

Auf der einen Seite war das Schwimmen im Meer fantastisch, auf der anderen Seite ´schwamm´ immer ein ungutes Gefühl mit, denn die Erinnerungen an den nicht ganz ungefährlichen Schlangenbiss wurden wieder wach.

 

Sonntags wird in der Pfarrei zusammen mit allen Pristern die dort leben und lehren zu Mittag gegessen. Nicht, dass man es in der Woche nicht auch macht, aber oft sind nicht alle zusammen, weil jeder seine Aufgaben hat und es dann nicht immer möglich ist zusammen zu essen. Wenn man also am Sonntag zusammen kommt, trifft man sich ca. 1h vor ´lunch´ und es wird in gemühtlicher Runde über dies und jenes gesprochen. Der Eine trinkt dann nur Wasser, der Andere einen Whisky mit Cola, wieder ein Anderer einen Maritni (mit oder ohne Eis ist schei… egal), es werden Snacks in Form von Nüssen oder kleines Gebäck gereicht. Diese Runden sind meist sehr entspannt und tun so richtig gut!

Leider kann man den Oberprister auf dem Foto rechts hinter Victor nicht erkennen, nur soviel sei gesagt; sein Name war wirklich ´Jesus Maria´ und er kam aus Spanien.

Der Koch bei seiner Arbeit; der ´Kollege Fisch´ wurde am Vorabend erst aus dem Atlantik gefischt und nun schon auf unserem Teller. Der Speisesaal; hier wurden alle Mahlzeiten eingenommen,

An der Einrichtung und dem ganzen ´Drumherum´ hat sich in fünf Jahren nichts verändert  😉

 

Gerne hätte ich Euch auch Fotos vom Markt gezeigt, aber ich war ein wenig ängstlich  -das soll schon was heißen- fühlte  mich dabei nicht wohl in meiner Haut. Ich hatte gerade auf dem Markt das Gefühl, weniger gerne gesehen zu sein, hatte das Gefühl misstrauisch beäugt zu werden.Vielleicht war es wirklich so oder auch nur ein unbegründetes Gefühl.

Ich habe wohl zwei Jungen auf einem Eselkarren samt Ladung fotographiert, aber das war es auch schon. Ich kann nur sagen, dass ich manchmal doch sehr irritiert war dessen was ich auf dem Markt gesehen habe. Hygiene wird kaum beachtet, das Fleisch der Tiere, die gerade geschlachtet wurden, lag auf dem Erdfußboden, wo gerade noch Menschen gegangen sind. Der Markt findet teilweise in einem mehrstöckigem Gebäude statt, in dem zumindest die Decke zum 1. OG mit Stützen gehalten wird, die regelmäßig alle 1,5m aufgestellt sind; vieles ein wenig abenteuerlich, oder!?

 

 

Die 190er sind aber auch nicht mehr das was sie mal waren; werden an der Ampel von einem Bagger abgehängt; seht selbst!

 

Mit Schrecken habe ich gesehen, wie ein gehbehinderter Junge versucht hat das Geld für seine tägliche Nahrung zu erbetteln. Ich habe Fotos nur von seiner Rückansicht gemacht da es mir zu unfähr erschien ihn merken zu lassen, dass ich seine Not auch noch im Bild dokumentiert habe. Dieser junge Mann ist aus seinem Rollstuhl geklettert, ist auf seinen verkrüppelten ´Beinen´ in die Mitte einer vielbefahrenen Straße in den Bereich einer Ampel geruscht und hat dort um Spenden gebeten. Mein Gedanke war; entweder wird er überfahren oder er stirbt durch die Abgase des Straßenverkehrs, die nicht gefiltert werden wie bei uns durch Katalysatoren; selbst wenn die Fahrzeuge Katalysatoren hätten, ist es unmenschlich!

Das ist wieder ein anderes Bild, leider.

Ganz im Gegensatz dazu gibt es aber auch sehr gut ´sortierte´ Shops wie diesen hier.

 

Drei Tage war ich in Nouakchott und Jerome, der zweite Prister, den ich in Nouadhibou kennengelernt habe, kam von seinem Pristerseminar in Nigeria in die Mission. Die Freude war groß, echt klasse. Er hat sich nicht verändert und das ist gut so, er paßt super in die Welt und zu seinem Job als Seelsorger. Bei ihm kann man wirklich von Seelsorger sprechen, kümmert er sich doch mit Leib und Seele um die Menschen, die seine Hilfe suchen; er macht einen super Job!!

Zweimal waren wir bei Bischof Martin Happe zum Mittagessen eingeladen. Martin Happe ist ein Münsterländer Jung, sehr freundlich, volksnah und erfolgreich damit, es den Menschen, die man ihm als Bischof anvertraut hat, besser gehen zu lassen und Hoffnung zu geben. Die Treffen zum Essen waren sehr informativ wenn es darum ging, die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern. Z. B. haben wir das Thema Solarthermie bzw. Solarenergie besprochen, was ja gerade in einem Land, in dem zu 99 % die Sonne scheint, nahe liegt.

Auch ein anderes Bild, hier eher die ´Oberschicht´.

Auf dem linken Foto seht Ihr Dr. Rupert Neudeck, der Gründer der ´Grünhelme e. V.´, der Organisation, für die ich vor fünf Jahren als Freiwilliger das erste Mal in Mauretanien war mit Pfarrer Jerome, auf dem rechten Foto seht Ihr Bischof Happe mit Jerome und mir.

Zu meiner großen Überraschung war der Bischof schon mal in Wehrden, ´meinem´ Wehrden an der Weser!

U. a. gibt der Bischof jungen Frauen die Möglichkeit, sich ein eigenes Geschäft aufzubauen, unterstützt wird er hierbei von Schwestern aus Indien. Ich war mit Schwester Anita, vor fünf Jahren noch in Nouadhibou, in einem Lokal, welches von einer Frau betrieben wurde, welche Teilnehmerin in einem Programm war, welches jungen Frauen die Möglichkeit gibt, sich ihre eigene Existenz aufzubauen. Wir haben dort zu Mittag gegessen und ich muss sagen, es hat mir sehr gut geschmeckt und ich hatte den Eindruck, dass es nicht nur mir so ging, denn das Lokal war sehr gut besucht!

 

Aber nicht nur für junge Frauen ist Unterstützung vorhanden, auch für die jungen Menschen gibt es Möglichkeiten sich fortzubilden, z. B. im Lesen und Schreiben. Aber auch Gruppenspiele/ -übungen werden insziniert, in denen spielerisch soziales Verhalten vermittelt wird, es wird zusammen gesungen und getanzt. Ich glaube, diese Möglichkeiten wurden vor fünf Jahren noch nicht geboten; aber seht selbst.

 

Einen aber hab ich noch!

Auch in diesem Jahr hatte ich Polizeikontakt; anders, die Polizei suchte den Kontakt zu mir.

Ich bin auf dem Weg zum Restaurent um Fußball zu sehen und natürlich etwas zu speisen -konnte Fisch nicht mehr sehen und hatte Lust auf Burger und Pommes- und gehe an der französischen Botschaft vorbei. Zwei wachhabende mauretanische Polizisten stehen davor und unterhalten sich über einen Gegenstand, den sie in ihren Händen halten. Da der Straßenverkehr fast kreuz und quer verlief, bin ich hinter den Polizisten, die den Bereich vor der Botschaft ´im Auge hatten´ und dem Eingang der Botschaft vorbeigegangen; das hat den ´Kollegen´ nicht gefallen. Als sie meine Weg bemerkt hatten, riefen sie mehrmals lautstark hinter mir her, da ich aber aus der Vergangenheit wußte, dass die Polizisten in Mauretanien nicht wirklich ernst zu nehmen sind, habe ich auch in diesem Fall meinen Weg unbeirrt fortgesetzt, wollte ich doch Fußball sehen und ausserdem hatte ich Hunger; ist doch Grund genug, oder!!?

Dieser Vorfall war nicht soo spektakulär, aber immerhin ;-))

 

So, dies war der erste Teil. Ich hoffe Euch ein paar Eindrücke vermittelt zu haben und Ihr könnt Euch jetzt ein besseres Bild von Mauretanien und den Menschen dort machen.

 

Gerne könnt Ihr mich immer befragen wenn Ihr weitere Informationen haben möchtet.

Auf bald,

Rainer.

 

 

 

 

 

 

 

Namibia

28. April 2010

свети илияПравославни икониови услугиHallo!

Ja ja, ich weiß, ich habe laaange keinen Bericht mehr veröffentlicht, aber manchmal gibt es Zeiten, da möchte man lieber sterben oder morden als einen ´blöden´ Bericht zu erstellen, auf den viele von Euch warten, nicht auf DEN Bericht, eher einfach nur auf irgendeinen Bericht, fast egal was darin steht, um was es geht.

Ich tue Euch den Gefallen; ok, es geht los! ;-))

Im März 2010 war ich in Namibia, nicht alleine, nein, wir waren eine Gruppe von insgesamt 12 Personen plus Guide. Die jüngste Mitreisende war 32, die Älteste war etwas um die 70 Jahr, aber nicht nur wegen der großen Altersspanne eine sehr gemischte Gruppe und ich denke das tat der Reise, dem Miteinander in der Gruppe sehr gut, es war ein verdammt herzliches, zuvorkommendes und liebes Miteinander unter allen Teilnehmern. Los ging es am Fr., 19.03.  am späten Abend in Frankfurt und back waren wir am 03.04., um diese Aschewolke von Island sind wir also gut vorher gekommen.

Wir sind nach etwa 10h Flug in Windhoek, der Hauptstadt von Namiba, ehemals Deutsch- Südwestafrika, gelandet, haben eine kurze Stadtrundfahrt mit dem Bus gemacht, bevor wir im Londiningi Guest House eingekehrt sind.

Am nächsten Tag ging es zum Namib-Naukluft-Park, am darauf folgenden Tag sind wir zu den Dünen von Sossusvlei gefahren, unglaublich klasse diese Dünen.

Am 5. und 6. Tag waren wir in der zweitgrößten Stadt, in Swakopmund an der Westküste, haben dort ein wenig die Stadt erkundet und sind in die Walvis Bay auf Delphine-Schau gegangen, haben auf dem Katamaran am frühen Morgen kalten ´Kaffee´ aus Pinneken getrunken, Möven und Pelikane mit frischem Fisch versorgt und haben nebenbei das beste Bier ´Windhoek Lager´ verköstigt.

Am 7. Tag ging es weiter nach Omaruru, am Rande des Erongo-Gebirges gelegen, aber nicht bevor wir uns die Überreste der ersten Eisenbahn am Stadtrand von Swakopmund angesehen haben. Im Landesinneren haben wir die Spitzkoppe, es handelt sich hier um Granitformationen, besucht mit DEM Felsbogen, leider haben wir die Felsmalereien nicht sehen können. Am Abend sind wir dann auf der Gästefarm Etendero angekommen, haben eine kurze Wanderung auf den Lalasberg unternommen, von welchem wir einen Sonnenuntergang (Sundowner) gesehen haben.

Die 3 darauffolgende Tage haben wir im Etosha-Nationalpark verbracht, sind Wasserstellen angefahren in der Hoffnung, die von uns sehnlichst herbeigewünschten Tier wie Elefanten, Löwen, Nashörner, Büffel und Leoparden zu sehen, die ´Big Five´ also, mit Bedauern aber muss ich gestehen, dass wir nicht eines dieser Tiere gesehen haben; leider! Dafür aber haben wir viele andere interessante Tiere gesehen, wie Giraffen, Zebras, Oryx Antilopen, Springböcke, um nur einige aufzuzählen.

Nach den drei Tagen sind wir zu den ´San´ gefahren. Diese Menschen leben noch wie Nomaden, zumindest für die Touristen, und haben einen authentischen Einblick in das frühere und das heutige Leben der ´Buschmänner´ bekommen. Auf dem Weg dorthin haben wir uns mit dem Bus festgefahren, aber gemeinschaftlich haben wir den Bus wieder frei bekommen.

Die letzten Tage haben wir dann in der ´Onjala-Lodge´ verbracht, um die Eindrücke, die wir in den letzten Tagen haben sammeln dürfen, auf uns wirken und die Reise ausklingen zu lassen.

Dies ist nur ein kurzer Abriß dessen, was wir erlebt/gemacht haben.

Wie immer geben die folgenden Bilder einen Eindruck der Stimmung wieder; also viel Spaß mit den Bildern!

Der  erste Tag, die Hauptstadt Windhoek!

Die Mädels; Anika und Sandra

Die erste Unterkunft war das ´Londiningi Guest House´; klein aber fein und fast für uns allein- eine Wohltat nach fast 20h Reise von Haustür zu Haustür; ich denke das kann man an den Bildern erkennen.

Am Abend waren wir im Stadtteil Katutura, dem Armenviertel von Windhoek, und haben die Fraueninitiative ´Penduka´ besucht, welche örtliche Kleinunternehmen von Kunsthandwerk bis Gastronomie vereint. Vor dem Essen gab es noch eine Sing- und Tanzeinlage der dort arbeitenden Frauen, Frauen, die in der Familie sehr benachteiligt waren und dort einen Zufluchtsort gefunden haben; tolle Sache.

Nun folgt der zweite Tag!

Der Speetshoogte Pass; atemberaubende Blicke eröffnen sich einem; weltklasse!

Ich stehe hier vor einer 18 Mio Jahren alten versteinerten Düne; finde sie hat sich gut gehalten, reibt man aber mit der Handfläche an dem Gestein, löst sich die obere Schicht ab.

Hier die herrliche Poolanlage; eine von zweien.

CSD Hamburg

9. August 2009

WOW, war das ein ´geiles´ Fest.

Der Hamburger Christopher Street Day war wie jedes Jahr ein Highlight der Hamburger Veranstaltungen; zehntausende säumten am Samstag die Straßen um dem Umzug mit 5.000 Teilnehmern, der in der Langen Reihe gegen 12:00h mit Prominenten startete, den würdigen Rahmen zu geben. Das Motto des diesjährigen Christopher Street Days lautete ´Flotter 3er fürs Grundgesetz´, ab dem 30.07. fanden schon Veranstaltungen im Rahmen der ´Pride Week´ statt. Der Umzug endete dann gegen 15:00h am Jungfernstieg und am Ballindamm, Samstag und Sonntagabend wurde noch Party gemacht!

Vor genau 40 Jahren leisteten erstmals Lesben, Schwule, Transgender und Bisexuelle systematisch Widerstand gegen staatliche Diskriminierung und Repression.

1969 kam es nach einer Polizei-Razzia im Stonewall Inn im New Yorker Bezirk Greenwich Village zu dreitätigen, massiven Protesten der queeren Community. In Erinnerung an diese Ereignisse finden seitdem in aller Welt jährliche politische Paraden, die Christopher Street Days – bzw. Gay Pride Paraden – statt.

In Hamburg lädt Hamburg Pride 2009 zum 29. Christopher Street Day unter dem Motto „Flotter 3er fürs Grundgesetz“. Neben der politischen Parade am 8. August finden eine Woche lang zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen der Pride Week ab dem 30.7. statt.

Der CSD wäre nicht das, was er ist, wenn nicht alles entsprechend verpackt ist; ob Lederjungs, Federboas, Dykes on Bikes, Hamburger Schwulenpolizei, Tanzgruppen oder Asiatische Bikinigirls; es war bunt und bunt und bunt, der Kreativität  war wieder keine Grenzen gesetzt.

… hier also die Prominenz  😉

nun aber Diejenigen, welche das Happening zu dem gemacht haben was es war; eine riesen Party!!!

… wenn ihr sehen wollt wie Beklemmung aussieht, dann schaut euch mal den Typen mit dem roten T-Shirt an, ganz wohl fühlt er sich nicht in seiner Haut, oder!?

маси

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